Sicher über den Bahnübergang – Tipps für eine sichere Überfahrt

An Bahnübergängen kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen oder sogar zu schweren Unfällen. Grund dafür ist meist ein Fehlverhalten oder Unachtsamkeit der Verkehrsteilnehmer. Damit das Überqueren kein Kräftemessen zwischen zwei ungleichen Gegnern wird, sollte der Autofahrer ein paar wichtige Verhaltensregeln beachten.

Das beginnt schon beim Annähern an einem Bahnübergang. Einem beschrankten oder unbeschrankten Bahnübergang darf sich ein Autofahrer nur mit mäßiger Geschwindigkeit und größter Aufmerksamkeit nähern. Er sollte jederzeit bremsbereit sein und niemals vor einem Bahnübergang einen Überholvorgang starten. Das Überqueren eines beschrankten Übergangs ist nicht so gefährlich wie das Überqueren eines unbeschrankten Bahnübergangs. Während der Fahrer sich beim beschrankten Bahnübergang auf die zahlreichen Sicherungsanlagen, wie zum Beispiel Schranken oder Lichtzeichen, verlassen kann, muss er beim unbeschrankten Bahnübergang selber für eine sichere Überfahrt sorgen. Durch Hören und Sehen muss sich der Fahrer vergewissern, dass sich kein Schienenfahrzeug dem Bahnübergang nähert. Dafür ist es notwendig die Geschwindigkeit zu reduzieren, die Gespräche oder Telefonate einzustellen und gegebenenfalls sogar die Seitenscheiben zu öffnen um hörbare Signale wie Pfeifsignale oder optische Signale eines herannahenden Zuges wahrzunehmen. Bevor der Fahrer die Schienen überquert, sollte er die Bahnstrecke nach beiden Seiten überblickt haben um sicher zu gehen, dass sich kein Zug dem Bahnübergang nähert. Ist ein herannahender Zug zu sehen, muss der Autofahrer sofort anhalten. Niemals darf er versuchen den Bahnübergang noch vor dem Zug zu überqueren. Die Geschwindigkeit, mit der die Züge unterwegs sind, sollte der Fahrer nicht unterschätzen. Ein Zug benötigt zum Anhalten aus voller Fahrt bis zu eintausend Meter, während ein Pkw selbst mit hoher Geschwindigkeit einen eher kurzen Bremsweg hat. Deshalb hat der Schienenverkehr an Bahnübergängen immer Vorrang. Diese Verhaltensregeln beziehen sich auch für das Überqueren eines Bahnübergangs mit einem Andreaskreuz. Die meisten Bahnübergänge sind durch modernste Technik gesichert. Rotes Licht oder rotes blinkendes Licht signalisiert dem Fahrer, dass sich ein Zug nähert und der Bahnübergang nicht überquert werden darf, selbst wenn die Schranken noch nicht heruntergelassen sind. Auch bei gelbem Licht darf der Bahnübergang nicht mehr überquert werden. Während der Phase des gelben Lichts haben die Verkehrsteilnehmer, die sich auf dem Bahnübergang befinden, Zeit ihn noch zu verlassen. Heruntergelassene Halbschranken dürfen vom Autofahrer nicht umfahren werden. Weiterfahren darf der Autofahrer erst, wenn die Schranken wieder geöffnet sind. Das kann schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen, da bei einer Rotphase auch mal mehr als ein Zug den Bahnübergang passiert. Daher sollte der Fahrer vor dem Bahnübergang den Motor seines Fahrzeuges ausschalten. Das schont die Umwelt und spart Benzin. Sind die Schranken wieder geöffnet, das Signallicht erloschen und eine Überquerung möglich, darf erst über den Bahnübergang gefahren werden, wenn abzusehen ist, dass der Fahrer ihn auch auf der anderen Seite verlassen kann. Bei Rückstau muss auf der anderen Seite des Bahnübergangs mindestens eine Fahrzeuglänge zur Verfügung stehen, ansonsten sollte sich der Fahrer in Geduld üben und warten bis der Rückstau sich aufgelöst hat. Niemals sollte er auf dem Bahnübergang halten. Sollte das Fahrzeug einmal auf den Schienen stehenbleiben und nicht mehr zu starten sein, heißt es für den Fahrer erst einmal Ruhe bewahren. Nähert sich kein Zug kann alleine oder mit Hilfe von anderen Autofahrern oder Passanten der Wagen von den Gleisen geschoben werden. In manchen Fällen funktioniert auch noch eine recht ungewöhnliche Methode, indem der Fahrer den ersten Gang einlegt und den Anlasser startet. Der Wagen springt zwar nicht an, macht aber kleine Sprünge nach vorne und gelangt so von den Schienen. Ist aber bereits ein Zug in Sichtweite, kann der Fahrer nur noch aussteigen und sich in Sicherheit bringen. Weiterhin sollte der Autofahrer beachten, dass auf dem Bahnübergang uneingeschränktes Halteverbot besteht. Auch bis zu 10 Meter vor den Andreaskreuzen darf nicht gehalten werden, weil sonst das Verkehrszeichen verdeckt werden könnte. In geschlossenen Ortschaften bestehen 5 Meter sowie auch außerhalb der Ortschaften 50 Meter vor einem Bahnübergang ein eingeschränktes Halteverbot. Das Schienenfahrzeuge bei einem Bahnübergang immer Vorrang haben, darauf weisen verschiedene Verkehrsschilder wie zum Beispiel „unbeschrankter Bahnübergang“ bzw. „Bahnübergang mit Schranken oder Halbschranken“, weiß – rote Baken oder das Andreaskreuz hin. Bei der Verkehrsregelung an Bahnübergängen müssen Autofahrer auch die Anweisungen von Bahnbediensteten beachten.

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