Sommerlicher Franzose

Cabriolets der unteren Mittelklasse waren in der Regel wenig geliebte Fahrzeuge. Dennoch haben sich die Franzosen von Peugeot 1997 entschlossen, dem seit 1993 hergestellten 306 ein Cabriolet zur Seite zu stellen. Dafür haben sie sich mit den Turinern von Pininfarina einen prominenten Designer ins Boot geholt, der sich mit rassigen Fahrzeugen auskennt, was man auch an dem Peugeot erkennen kann.

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Foto: © Andreas Brüderlin/pixelio.de

 

Charme der 1990er

Nach dem Peugeot 306 wird sich wohl kaum jemand umdrehen, auch nach dem Cabriolet eher nicht. Dabei offenbart das Cabriolet bei näherem Hinsehen einige Merkmale, die es von den anderen Cabrios der unteren Mittelklasse abhebt. Wie seine schlichte, beinahe zeitlose Optik, die charakteristisch für die 90er war, auf die man sich jedoch auch einlassen muss, da sie nicht jedermanns Geschmack ist. Auf dem Fahrersitz Platz genommen, beginnt die Zeitreise in die 90er Jahre. Das Armaturenbrett ist mittlerweile recht angestaubt, die Ledersitze wirken wie aus Plastik und die Gangschaltung ist etwas zickig.

Sportlicher Motor

Doch ebensowenig, wie man ein Buch nach dem Einband beurteilen sollte, muss man sich auch mit dem 306er eingehend befassen, um seine Qualitäten zu entdecken. Der Innenraum ist bequem und funktional eingerichtet. Der Motor, der mit einem Hubraum von 2,0 Litern und einer Leistung von 132 PS sportliche Touren verspricht, ist zuverlässig und agil. Allerdings erst, wenn man ihn ordentlich fordert und ihn im höheren Drehzahlbereich bewegt, zeigt er seine wahren Qualitäten. Der 306 wurde zwar auch mit 1,6-Liter- und 1,8-Liter-Motoren ausgestattet, die jedoch kaum einen sportlichen Fahrspaß zulassen.

Schon bei 100 km/h starker Wind im Innenraum

Leider macht ein kleiner Fehler bei der Konstruktion des Verdecks dem schnellen Fahren einen Strich durch die Rechnung. Das Softtop verschwindet schnell und unkompliziert in wenigen Handgriffen und einem Druck auf den Schalter im Kofferraum, der mit 274 Litern für ein Cabriolet recht große ist. Allerdings ist bei offenem Verdeck nur ein ruhiges Cruisen möglich, da bereits bei 100 km/h ein leichter Orkan im Innenraum entsteht.

Sommerlicher Franzose
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