Suzuki Grand Vitara: Überraschende Geländequalitäten

Die Grenze zwischen Geländewagen und sogenannten Sport Utility Vehicle (SUV) ist mitunter fließend. Während manchen Herstellern für die Bezeichnung SUV schon die Optik eines Allradlers und eine vergrößerte Bodenfreiheit reichen, bewegen sich manche Hersteller durch den Einbau von permanentem Allrad und Geländeuntersetzungen in Richtung vollwertigen Geländewagen.

Zu letzterer Gruppe kann man den Suzuki Grand Vitara ohne Probleme zählen. Im Fall des japanischen SUV sind Optik und Haptik kongruent und zeigen neben die Fahrbahn. Hier fühlt sich der Grand Vitara in Schlamm und Matsch zu Hause. Mit großer Bodenfreiheit, Sperrdifferential und Geländeübersetzung sind auch Geländeausflüge problemlos machbar.

Der Grand Vitara ist seit 2005 in seiner zweiten Generation erhältlich. Käufer haben die Wahl zwischen einer dreitürigen Ausführung und einem längeren Modell mit fünf Türen. Empfehlenswert ist das größere Modell, da nicht nur das Platzangebot steigt, sondern auch die Fahreigenschaften deutlich stabiler sind. Insgesamt lässt sich der Grand Vitara auch auf der normalen Straße problemlos fahren. Einbußen müssen allerdings aufgrund der Geländetauglichkeit im Komfort gemacht werden. Auch die Lenkung wirkt gefühllos, was besonders in der Stadt auffällt.

In puncto Zuverlässigkeit schlägt sich der Grand Vitara gut. Trotz Geländeausfahrten ist das Fahrwerk robust verarbeitet und liegt in der Mängelstatistik über dem Durchschnitt. Problematischer ist die Karosserie. Hier rostet der Suzuki durch alle Modelljahre hindurch an Schweller und Unterboden. Auch ein überdurchschnittlicher Ölverlust an Motor und Getriebe taucht in der Mängelliste des SUV auf. Der Innenraum dagegen ist trotz einfacher Materialien robust und hält sein Aussehen lange.

Die Motorenpalette von Suzuki für den Grand Vitara ist vielseitig. Von der kleinen 1,6-Liter-Basismotorisierung mit 106 PS bis zum großen 3,2-Liter-Modell mit sechs Zylindern und stolzen 233 PS Leistung sind fünf Motoren erhältlich. Während besonders die kleinen Benziner mit durchzugsschwachem Fahrverhalten nerven, bietet der 1,9-Liter-Diesel einen gutem Kompromiss. Er tritt mit seinen 129 PS ordentlich an und überzeugt mit serienmäßigem Partikelfilter und angenehmem Spritverbrauch.

Der schon im Grundpreis günstige Suzuki überzeugt preislich auch als Gebrauchter. Als fünf Jahre alter Gebrauchtwagen und mit Basisbenziner kostet der SUV knapp 7000 Euro. Für das entsprechende Dieselmodell des Modelljahres wird auf dem Gebrauchtwagenmarkt circa 2000 Euro mehr verlangt.

Suzuki Grand Vitara: Überraschende Geländequalitäten
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