Suzuki Liana: Schwache Revolution

Einen Vorstoß in die Golf-Klasse wagte Suzuki mit dem Liana im Jahr 2001. Der Name sollte eine Abkürzung darstellen, die ausgeschrieben „Life is a new age“ bedeutet. Mit diesem hohen Anspruch gestartet geriet der Liana schnell zum durchschnittlichen und beliebigen Kompaktwagen. Großes Aufsehen gab es für den Suzuki nur, als die Produzenten des Motormagazins „Top Gear“ den Suzuki für eine Reihe namens „Star in a Reasonably-Priced Car“ verwendeten. Hier drehten Prominente ihre Runden auf der hauseigenen Rennstrecke mit dem Wagen aus der Kompaktklasse und kämpften gegen die Uhr.

Die Komik dieser Serie entsteht eigentlich erst durch die Kombination der Rennstrecke mit dem völlig unsportlich aussehenden Suzuki Liana. Auch den Anspruch ein neues Zeitalter einzuläuten entspricht der Kompaktwagen in keinster Weise. Vielmehr bediente man sich dem bekannten Konzept eines hohen Aufbaus, was den Platzverhältnissen deutlich zugutekommt. Fünf Personen finden im Suzuki bequem Platz, für Gepäck bleiben dann jedoch nur noch 296 Liter übrig. Auch in der Innenausstattung gibt es keine Revolutionen, hier wurde Funktionalität klar vor Optik gesetzt.

Das Fahrverhalten ist ebenso wie die Optik weit von Rennstreckentauglichkeit entfernt. Eine starke Seitenneigung verdirbt den Spaß am schnellen Kurvenfahren, fehlende Sicherheit kann man dem Fahrwerk jedoch nicht vorwerfen. Optional ist der Liana sogar mit Allradantrieb lieferbar, was für spürbar mehr Traktion sorgt. In Deutschland hatte man in puncto Motoren die Wahl zwischen einem 1,3-Liter, einem 1,6-Liter-Benziner und einem 1,4-Liter-Diesel. Die beiden Ottomotoren überzeugen trotz nominell ordentlicher Leistung in der Praxis nur wenig. Hohe Geräuschkulisse und schwache Kraftentfaltung verhindern ein angenehmes Fahren. Auch die Abstufung des Schaltgetriebes ist wenig überzeugend. Die lang übersetzten Gänge ersticken die Beschleunigung nach dem Schalten im Keim.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt erstreckt sich das Angebot von günstigen frühen Modellen für etwa 2.500 Euro bis zu aktuelleren Exemplaren für bis zu 7.000 Euro. Aufpreis muss man in jedem Fall für den Allradantrieb, die Kombi-Form und das Automatikgetriebe einplanen.

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