Unterschied elektrohydraulische und elektromechanische Servolenkung

Zumnächst muss man erst mal klären, dass die Servolenkung heutzutage über eine hydraulische Unterstützung verfügt. Zu so einer „normalen“ hydraulischen Servolenkung gehört eine vom Motor angetriebene Servopumpe, ein Servo-Ölvorratsbehälter, ein Servoventil, ein Hydraulikzylinder sowie den dazugehörigen Druckleitungen. Es existiert übrigens bei jeder Lenkung mindestens eine mechanische Verbindung zwischen dem Lenkrad (in der Fachpresse auch gerne Volant genannt) und dem Lenkgestänge. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Sollte die Hydraulik mal versagen, kann das Fahrzeug auch bei einem kompletten Ausfall der Servolenkung (z.b. bei einer defekten Servopumpe oder einem defekten Ventil) trotzdem noch gelenkt werden. Wer einmal ein Fahrzeug ohne Servolenkung gefahren ist, der weiß, dass dieses nicht unbedingt einfach ist.

Autos ohne Servolenkung gibt es nicht nur im Technik Museum in Sinsheim, nein auch im normalen Straßenverkehr rollen noch zahlreiche Fahrzeuge die komplett ohne die Lenkkraftunterstützung auskommen, leichter geht es natürlich mit, vor allem bei langsamen Geschwindigkeiten oder im Stand.

Bei einer elektrohydraulischen Servolenkung treibt ein Elektromotor die Hydraulikpumpe an. Der Elektromotor wird entsprechend der benötigten Unterstützung für die Lenkkraft angesteuert. So braucht ein Fahrzeug bei niedrigen Geschwindigkeiten oder gar im Stand eine größere Lenkkraftunterstützung also bei hohen Geschwindigkeiten. So eine elektrohydraulische Servolenkung hilft also Kraftstoff und somit Emissionen einzusapren, da die Hydraulikpumpe nicht immer volle Leistung bringt und die Unterstützung bedarfsgerecht ermittelt.

Die elektromechanische Servolenkung ist ebenfalls eine geschwindigkeitsabhängig geregelte elektrische Hilfskraftlenkung! Auch diese arbeitet nur dann wenn sie vom Fahrer benötigt wird, kommt aber ohne hydraulische Bauteile aus. Hier übernehmen elektromechanische Bauteile die Lenkkraftunterstützung und bietet gegenüber der herkömmlichen hydraulischen Servolenkung (egal ob mit oder ohne elektrohydraulischer Unterstützung) noch weitere Komfort- und Sicherheitsmöglichkeiten. So kann man z.B. eine aktive Rückstellung des Lenkrads in die Mittelstellung realisieren und den Fahrer so z.B. bei Seitenwinden das gegensteuern erleichtern. Durch diese aktive Rückstellung verbessert sich nicht nur der Lenkkomfort sondern auch das Sicherheitsgefühl beim fahren, da weniger Lenkkorrekturen (dieses ausbalancieren) vorgenommen werden müssen. Auch Assitenzprogramme wie z.B. das vollautomatische einparken realisiert man in der Regel mit Hilfe einer elektromechanischen Servolenkung. Ein weiteres nettes Feature: Die Lenkkraftunterstützung der elektromechanischen Servolenkung kann an den jeweiligen Motor bzw. die jeweilige Ausstattung des Fahrzeuges individuell über das Steuergerät angepasst werden.

Unterschied elektrohydraulische und elektromechanische Servolenkung
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