Datenschutz

Verkehrsgerichtstag: Unsicherheit beim Datenschutz

Die digitale Revolution hat die Fahrzeugindustrie fest im Griff. In die Fahrzeuge hält zunehmend die moderne Kommunikationstechnologie Einzug. Was auf den ersten Blick den Autofahrern das Leben und Versicherungen sowie Werkstätten erleichtert, lässt Datenschützer die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Denn bislang ist nicht umfassend geklärt, wem die Daten, die derzeit von bis zu 80 Geräten in einem einzigen Auto gesammelt werden, gehören.

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Die Vernetzung der Fahrzeuge nimmt zu. Die Datenschutzfrage ist allerdings bislang nicht geklärt Foto: © GM Company

 

Datensammelwut der Unternehmen und Institutionen

Die Zeit des Autos als intimer Rückzugsraum ist vorbei. Versicherungen, Fahrzeughersteller, Werkstätten und Banken schauen dem Fahrer zunehmend auf die Finger, da er in ihrem Geschäft mit den Fahrzeugen als Risikofaktor gilt. Zahlreiche Geräte in den Autos sammeln Daten etwa zu Fahrverhalten, Risikobereitschaft, Pflege und selbst zur Position des Fahrzeuges, die zunehmend in Echtzeit an die Institutionen weitergeleitet werden. Diese dokumentieren diese Angaben und erstellen Profile über den jeweiligen Autofahrer. Versicherungen bieten auf dieser Basis beispielsweise individuell zugeschnittene Policen an. Vorsichtige Fahrer werden mit Boni belohnt und risikobereite Menschen abgestraft.

Keine rechtliche Klarheit

Datenschützer wollen nun zunehmend wissen, was mit den sensiblen Daten geschieht und wem diese gehören. Sie warnen, dass die Automobilindustrie rechtlich zu viele Fragen offenlasse. Und diese hält sich dazu bislang bedeckt, Stellungnahmen gibt es kaum. Fakt ist, dass es bislang keine Regelungen gibt, wer die Daten nutzen darf und wer nicht. Verständlich, dass die Liste der Unternehmen und Institutionen, die Anspruch auf die Daten erheben, immer länger wird. Im eigenen Interesse sollte sich die Automobilindustrie nun für eine Klärung der Rechtslage einsetzen. Auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar wurde nun vom Gesetzgeber gefordert, ein Datenschutzrecht Auto zu entwickeln. Eine Arbeitsgruppe hat sich nun dem Thema angenommen.

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