Vernetzung vor Power

Die Vernetzung der Fahrzeuge schreitet unaufhaltsam voran und verändert die Automobilindustrie grundlegend. Doch auch bei den Autofahrern scheint sich ein Paradigmenwechsel abzuzeichnen. Jahrzehntelang galt vor allem bei jüngeren Fahrzeugbesitzern die Leistung des Motors als eines der wichtigsten Kaufkriterien. Doch dies ändert sich einer Studie des us-amerikanischen IT-Unternehmens Cisco zufolge derzeit.

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Foto: © GM Company

 

90 Prozent der Deutschen wollen einen Notbremsassistenten

Das Unternehmen interviewte für die Studie rund 14.000 Autofahrer in zwölf verschiedenen Ländern. Knapp zwei Drittel der befragten Autofahrer gaben an, dass bei ihnen die Motorleistung nur eine untergeordnete Rolle spiele. Wichtiger sei ihnen der Grad der Vernetzung sowie die aktive und passive Sicherheit ihres Automobils. In Deutschland ist der Anteil der Autofahrer, die sich aus Sicherheitsgründen ein vernetztes Automobil wünschen, überdurchschnittlich hoch. Nur ein Zehntel der Befragten würde auf einen Notbremsassistenten verzichten. Auch ein System, das ein Fahrzeug im Falle eines Diebstahls per GPS orten kann, genießt einen hohen Stellenwert unter den bundesdeutschen Fahrzeugbesitzern.

Datenschutz spielt kaum eine Rolle

Auch die von den Versicherungen und derzeit oft diskutierten individuellen Tarife kommen bei den Deutschen recht gut an. Knapp die Hälfte der Befragten sprach sich dafür aus, in ihrem Wagen die dafür notwendige Black Box installieren zu lassen, die verschiedene Daten wie zum Fahrverhalten und der Risikobereitschaft sammelt und diese an die Versicherungen überträgt, die einen auf diesen Parametern basierenden individuellen Versicherungstarif erstellt. Besonders erschreckend für Datenschützer ist allerdings, dass die Autofahrer auf den Datenschutz verzichten würden, wenn sich der Fahrspaß und die Sicherheit erhöhen. Selbst Fingerabdrücke und DNA-Proben würden fast zwei Drittel der Autobesitzer bereitstellen, um dies zu erreichen.

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