Was versteht man unter einem Reifendruckkontrollsystem?

 

Geplatzter Reifen

Falscher Luftdruck kann fatale Folgen haben © Klaus Bindernowski / pixelio.de

Alle Fahrzeuge, die ab dem 1. November 2014 zugelassen werden, müssen mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Was aber bedeutet dieses RDKS? Das Reifendruckkontrollsystem warnt den Autofahrer rechtzeitig, wenn sich der Druck in den Reifen verschlechtert. Dabei erkennen die neuen Systeme automatisch, wenn sich der Abrollumfang eines Reifens verändert. Gemessen wird dies mit Sensoren, die bereits für das ABS und das ESP an den Reifen vorhanden sind. Man spricht hier von einer indirekten Messung. Die neuen Reifendruckkontrollsysteme sind auch unter dem Namen ‘tire pressure monitoring systems’ (TPMS) bekannt.

Extra-Kostenaufwand

Anstatt der indirekten Messung des Reifendrucks am Auto gibt es auch direkte Systeme. Bei diesen direkt messenden Systemen befindet sich an jedem Rad ein Drucksensor. Nach rund 6 Jahren im Einsatz müssen diese Sensoren ausgetauscht werden, da sie batteriebetrieben funktionieren. Die Sensoren sind fest verschweißt, damit Schmutz und Wasser keine Schäden anrichten und zu falschen Messergebnissen führen. Wird der PKW mit zusätzlichen Winterreifen ausgestattet, wird dazu ein weiterer Satz Sensoren benötigt.

Werden die Reifen in einer Werkstatt gewechselt, dann wird von dieser ein Mehraufwand zwischen 18 und 25 Euro für das Wechseln berechnet. Dieser Mehraufwand kommt durch das Einstellen der Sensoren während einer 15 Minuten andauernden Testfahrt zustande.

Im Schnitt kosten die Original Sensoren vom Hersteller zwischen 30 und 120 Euro pro Stück. Es gibt aber auch frei programmierbare Sensoren, die durchschnittlich 40 bis 50 Euro günstiger sind.

Wie wichtig ist die Druckkontrolle?

Der Reifenhersteller Bridgestone hat eine Studie in Auftrag gegeben, die besagt, dass gerade mal 40 % der Autofahrer regelmäßig den Luftdruck in den Autoreifen überprüfen. Ist der Reifendruck am Auto nicht korrekt, dann kann dies zu unliebsamen Folgen für den Fahrer führen. Gerade in Kurven neigt das Fahrzeug zu einem instabilen Fahrverhalten. Und nicht zuletzt kann jeder Autofahrer mit dem richtigen Reifendruck am Auto Geld sparen. Ist der Auto Reifendruck zu niedrig, dann wird der Reifen stärker beansprucht, was schon bei 0,3 bar Minderdruck zu einer schlechteren Laufleistung um ca. 30 % führt. Unter Umständen kann sich der Bremsweg deutlich verlängern oder der Reifen fällt sogar schlagartig komplett aus. Mit dem richtigen Reifendruck am Auto spart man auch noch Benzin.

Hohes Sparpotential durch richtigen Reifendruck

Autofahrer, die den Reifendruck am PKW immer im Blick haben, sparen so rund 40 Liter Kraftstoff pro Jahr. Dies bedeutet umgerechnet 65 Euro. Des Weiteren erzielt man mit dem richtigen Reifendruck eine verlängerte Laufleistung um rund 45 %, was ebenfalls mit 65 Euro zu Buche schlägt. Bei einer Fahrleistung von nur 15.000 km pro Jahr haben sich die Mehrkosten für das neue Reifendruckkontrollsystem nach etwa 3 Jahren amortisiert.

Das Reifendruckkontrollsystem geht in Serie

Nachdem die Reifendruckkontrollsystem Pflicht seit Ende 2014 vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, können Autohersteller frei entscheiden, für welche Variante sie sich bei einem Neuwagen entscheiden. Sicher ist nur, dass alle PKW, Wohnmobile und Geländewagen der Klassen M1/M1G laut der EU-Verordnung Nr. 661/2009) mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein müssen. Schätzungen zufolge wurden bis Ende 2014 3,1 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. 1,1 Millionen dieser Fahrzeuge waren bereits mit einem direkt messenden Sensor für den Reifendruck am Auto versehen.

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