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Vollkasko: Geplatzter Reifen nicht immer Betriebsschaden

Ein geplatzter Reifen ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern auch ein teures Ärgernis. Bislang haben Versicherungen einen solchen Schaden nicht als Unfallschaden eingeordnet, sondern als ganz normalen Betriebsschaden, der nicht ersetzt werden muss. Doch manchmal lohnt es sich, gegen die Haltung einer Versicherung vorzugehen, wie ein aktuelles Urteil des Landgerichts Karlsruhe zeigt.

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Die Vollkaskoversicherung muss für Schäden aufkommen, die von einem geplatzten Reifen verusacht wurden, wenn der Schaden eine externe Ursache hat

 

Allgemeine Betriebsschäden nicht abgedeckt

Der spätere Kläger war im Vorfeld mit seinem Fahrzeug über einen größeren Gegenstand wie einen Bolzen gefahren, woraufhin der betroffene Reifen platzte. Der Vorfall zog auch die umliegenden Karosserieteile in der Nähe des Radkastens in Mitleidenschaft. Der Betroffene meldete sich daraufhin bei seiner Versicherung, um den Schaden geltend zu machen. Diese verwies jedoch auf den Vertrag, der allgemeine Betriebsschäden nicht vorsah, und weigerte sich strikt zu zahlen.

Richter gaben Kläger Recht

Daraufhin entschied sich der Betroffene, die Leistung einzuklagen. Die Richter gaben dem Kläger Recht und stuften den Schaden als Unfall ein, da dieser nicht durch den allgemeinen Betrieb des Fahrzeuges entstanden sei. Vielmehr sei der Schaden durch Einwirken eines Fremdkörpers entstanden. Auch der Deutsche Anwaltsverein schließt sich dem Urteil an und begründet dieses mit der Aussage, dass ein Unfall ein “unmittelbar und plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkendes Ereignis” sei.

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