VW: Erneut Probleme mit dem DSG-Getriebe – zunächst kein Rückruf

Volkswagen bekommt die Probleme mit seinem DSG-Getriebe einfach nicht in den Griff. Bereits im vergangenen Jahr mussten Fahrzeuge mit dem Siebengang-Getriebe zurückgerufen werden, um ihnen das Getriebeöl zu wechseln. Nun sind erneut 257.000 deutsche Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Skoda und Seat betroffen. Von einem Rückruf will der Fahrzeughersteller zunächst absehen.

VW Rückruf

VW will seine Probleme ohne Rückruf lösen Foto: © Rolf Krekeler/pixelio.de

 

Synthetisches Öl beeinträchtigt die Funktion

Dem Konzern zufolge sollen zunächst einmal die betroffenen Fahrzeuge abgearbeitet werden, die eigentlich aus einem anderen Grund in die Werkstätten kommen. Erst wenn sich zeige, dass auf diese Weise zu wenige Fahrzeuge einen Wechsel des Getriebeöls erhalten, werde man einen offiziellen Rückruf starten und die Autobesitzer aktiv informieren. Der Fahrzeughersteller hat schon länger Probleme mit dem Getriebe, das ein falsches Öl enthält. Der synthetische Schmierstoff kann in feuchtem und heißem Klima schwefelhaltige Additive bilden, die die Funktion des Getriebes beeinträchtigen. VW ersetzt daher das synthetische Öl durch mineralisches.

Hohe Rückrufzahlen durch Baukastensystem

Dass Fahrzeughersteller ungern Fahrzeuge zurückrufen ist verständlich, da sie dadurch indirekt Fehler zugeben, was den Ruf der Marke schädigen kann. Vor allem in den letzten Jahren, denn die Zahl der bei einem Rückruf betroffenen Fahrzeuge geht in die Hunderttausende. Der Grund dafür ist das Baukastensystem, das die Fahrzeughersteller zunehmend anwenden. Hier werden die gleichen Bauteile in die Fahrzeuge verschiedener Marken eingebaut. Dies erleichtert zwar die Produktion, treibt jedoch die Anzahl der zurückgerufenen Fahrzeuge in die Höhe, wenn es Probleme mit einem Bauteil gibt.

Heimliche Reparatur

Um eine spektakuläre Rückrufaktion zu vermeiden, greifen viele Fahrzeughersteller daher zu ähnlichen Tricks wie derzeit VW. Statt das Problem publik zu machen, versuchen die Autobauer die Defekte heimlich zu beheben, wenn die betroffenen Fahrzeuge mit anderen Defekten oder zu Routinekontrollen in der Werkstatt erscheinen. Experten gehen daher davon aus, dass die Dunkelziffer daher viel höher ist. Ihrer Ansicht nach wird nur einer von drei Rückrufen öffentlich bekannt gegeben.

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