Was versteht man unter nassen Zylinderlaufbuchsen? Gibt es auch trockene Zylinderlaufbuchsen?

Es gibt nicht nur tiefhängende Buchsen, sondern auch nasse Buchsen. Beim Automobil gibt es, genauso wie bei der Bekleidung der Menschen, Unterschiede:

Was sind eigentlich Nasse Zylinderlaufbuchsen?

Im Motorenbau spricht man häufig von nassen Zylinderlaufbuchsen, doch was muss man sich darunter eigentlich vorstellen? Sind diese etwa feucht? Ist damit die Schmierung gemeint? Nein! Bei nassen Zylinderlaufbuchsen umspült die Kühlflüssigkeit des Fahrzeuges die Buchse (den Zylinder) direkt an der Außenseite. Die Wandstärke des Materials ist ca. 7-15 mm, in Kanälen um den jeweiligen Zylinder sorgt dann die Kühlflüssigkeit für eine optimale Kühlung. Bei diesen Wasser gekühlten Motoren ist die Kühlung des Aggregates in der Tat äußerst effizient. Leider gibt es hier allerdings das Problem der Abdichtung zwischen dem Motoröl und der Kühlflüssigkeit.


Wenn es nasse Zylinderlaufbuchsen gibt, dann gibt es auch trockene, oder?

Richtig! Bei den trockenen Zylinderlaufbuchsen wird das Material komplett aus einem Block gegossen. Die Form der Laufbuchsen benötigt weniger Material und spart somit Gewicht. Die Passgenauigkeit ist höher und auch der Verschleiß soll bei den trockenen Zylinderlaufbuchsen minimiert worden sein. Hier überwiegen allerdings auch ein paar Nachteile: Bei der Bauart können defekte, einzelne Laufbuchsen nicht ausgetauscht werden. Dazu ist die Kühlung natürlich problematischer und die Montage selber ist auch aufwändiger.

Egal ob nass oder trocken, bei beiden Arten verschließt der Kopf (der Zylinderkopf) den Verbrennungsraum. Wie der Kopf auf den Schultern sitzt er als oberstes auf dem „Motorrumpf“. Im Zylinderkopf selber sitzen dann die Ein- und Auslasskanäle, die Nockenwelle / Nockenwellen, die Ventile (Einlass- und Auslassventile) und bei Benzin-Motoren auch die Zündkerzen. Heute gibt es fast ausschließlich nur noch Zylinderköpfe aus Leichtmetall und wird über eine Zylinderkopfdichtung zum eigentlichen Kurbeltrieb abgedichtet. Ganz oben gibt es noch eine Ventildeckeldichtung, die dafür sorgt, dass das Spritzöl nicht austreten kann. Früher waren solche Dichtungen noch aus Kork, heute gibt es beim Ventildeckel häufiger Kunststoff / Gummi Dichtungen und bei der Zylinderkopfdichtung setzt man auf eine Mischung aus Metall und Kunstoffmassen. Wichtig: Zylinderkopfschrauben müssen jedes mal erneuert werden, denn in den meisten Fällen handelt es sich bei den Schrauben um sogenannte Dehnschrauben.

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