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Weniger Führerscheinprüfungen

Die Krise auf dem deutschen Fahrzeugmarkt ist nicht allein wirtschaftlich motiviert. Ein weiterer Grund ist, dass es immer weniger Autofahrer gibt. In den Köpfen junger Menschen findet seit einigen Jahren ein Umdenken statt. Das eigene Auto gilt nicht mehr als Statussymbol. Gerade in den Großstädten ist bei vielen jungen Leuten gerade ein Fehlen desselben ein Statussymbol. Doch nicht nur aufs Auto verzichten sie. Aufgrund der guten Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel wollen viele noch nicht einmal den Führerschein machen.

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Die Zahl der Führerscheinprüfungen geht seit vier Jahren zurück Foto: © Julien Christ/pixelio.de

 

Im vergangenen Jahr hat es dem Kraftfahrtbundesamt zufolge knapp 1,5 Millionen praktische und 1,6 Millionen theoretische Führerscheinprüfungen gegeben. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen vier Jahre weiter fort. Die Anzahl der Fehlversuche hingegen bleibt konstant. Damit sank die Zahl der theoretischen Prüfungen im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent, so das Kraftfahrtbundesamt. Die Zahl der praktischen ging sogar um 2,6 Prozent zurück.

Allerdings verteilt sich die Zahl der Führerscheinprüfungen nicht gleichmäßig auf alle Bundesländer. Am stärksten sank die Zahl der Tests mit 7,5 Prozent in Sachsen-Anhalt. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen liegen mit -4,9 Prozent und -4,6 Prozent auf den Plätzen zwei und drei. Positive Entwicklungen gibt es allerdings auch zu verzeichnen. So stieg die Zahl der Prüflinge in Bayern um 1,9 und in Bremen um 1,3 Prozent. Die meisten Durchfaller waren mit fast 40 Prozent in Hamburg zu verzeichnen, in Hessen mit 20 Prozent die wenigsten.

Damit ergibt sich eine bundesweite Durchfaller-Quote von 30 Prozent. Diese Quote blieb in den vergangenen Jahren trotz einer schwankenden Prüfungszahl konstant. Der Autoclub Europa vermutet nun, dass die Fahrschulen auf die Quote spekulieren und durch die dadurch entstehenden Mehreinnahmen die Einbußen durch die sinkende Zahl der Prüflinge zu kompensieren.

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